Haftungsausschluss: Dieses Tool dient ausschließlich Screeningzwecken und ersetzt keine klinische Diagnose. Die Ergebnisse sind stets im Zusammenhang mit dem professionellen pflegerischen Urteil zu interpretieren. Patient:innen mit emotionalen, psychischen oder kognitiven Auffälligkeiten sollten an entsprechende Fachstellen weiterverwiesen werden. Die farbcodierten Ergebnisse (Grün, Gelb, Hellrot) dienen der Orientierung und stellen keine endgültigen Entscheidungen dar. Bitte vermeiden Sie die Verwendung identifizierbarer Patient:innendaten und erfassen Sie Patient:innen ausschließlich über einen Code.
A. Wie sind die Ergebnisse zu lesen:
Dieser Bericht fasst die Ergebnisse des EDU-MENT Mental Health Screening Tools zusammen, das mehrere Bereiche der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens erfasst.Jeder Bereich erhält einen Schweregrad-Score, wobei höhere Werte auf einen erhöhten Unterstützungsbedarf hinweisen. Antworten mit „Nicht beurteilbar / keine Bereitschaft zur Beantwortung“ werden nicht in die Berechnung einbezogen.
Interpretation:
• Grün (0–33 %) – Geringer Handlungsbedarf: Es ist keine sofortige Maßnahme erforderlich. Dies bedeutet nicht, dass kein Handlungsbedarf besteht, sondern dass das Risikoniveau als niedrig eingeschätzt wird. Zusätzliche Assessments stehen bei Bedarf zur vertiefenden Abklärung zur Verfügung.• Gelb (34–66 %) – Moderater Handlungsbedarf: Einzelne Aspekte sollten beobachtet werden. Beobachten oder erneut einschätzen. Die verfügbaren zusätzlichen Assessments werden zur weiteren Abklärung empfohlen.
• Hellrot (67–100 %) – Hoher Handlungsbedarf: Eine engmaschigere Beobachtung oder eine Weiterleitung kann erforderlich sein. Nutzen Sie zusätzliche Assessments oder veranlassen Sie eine Weiterüberweisung (z. B. an Ärzt:in, Psycholog:in, Sozialarbeiter:in).
Hinweis 1: Hellrot bedeutet keine Diagnose und keinen Notfall; das Tool weist lediglich auf mögliche Risikofaktoren hin.
Pflegefachkräfte sollen die Ergebnisse stets gemeinsam mit ihrem klinischen Urteil und zusätzlichen Beobachtungen interpretieren.
Hinweis 2: Zeigt ein Bereich einen hohen Handlungsbedarf (Hellrot), sollte die Durchführung geeigneter weiterführender Assessments zur genaueren Einschätzung in Erwägung gezogen werden.
B. Zusammenfassung
Bereich A: Demografische Merkmale
Ein hoher Score im Bereich der demografischen Merkmale kann darauf hinweisen, dass ein erhöhtes Risiko für psychische Belastungen besteht, etwa aufgrund von Einkommenssituation, Geschlechtsidentität oder Leben in abgelegenen Regionen. Auch wenn diese Faktoren nicht direkt mit psychischer Gesundheit verknüpft sind, können sie zu sozialer Isolation, finanzieller Belastung oder eingeschränktem Zugang zu Gesundheitsleistungen beitragen und damit das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigen.
Empfohlene Maßnahmen:
❖ Finanzielle und soziale Unterstützung: Zur Reduktion finanzieller Belastungen sollten Patient:innen an lokale Sozialdienste, Finanzberatungen oder Unterstützungsprogramme verwiesen werden. Bei Anliegen zur Geschlechtsidentität ist der Zugang zu affirmativer psychischer Gesundheitsversorgung sicherzustellen und eine Anbindung an LGBTQ+-Unterstützungsnetzwerke zu ermöglichen. Für Personen in ländlichen oder abgelegenen Regionen sollten Informationen zu Telehealth-Angeboten oder Community-Outreach-Programmen bereitgestellt werden, um Isolation zu reduzieren. Die Teilnahme an lokalen oder Online-Gemeinschaftsgruppen, Sozialklubs oder Senior:innenzentren sollte gefördert werden, um soziale Netzwerke zu stärken. Bezüglich sozialer Determinanten von Gesundheit (z. B. Wohnen, Bildung, Zugang zum Gesundheitssystem) ist eine Weitervermittlung an gemeindenahe Organisationen oder Sozialarbeiter:innen sinnvoll.
❖ Unterstützungsangebote in Österreich (Auswahl):
Österreich:
Lokale Sozialdienste / Sozialarbeiter:innen
- Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz – Koordination des sozialen Versorgungssystems und regionaler Unterstützungsstrukturen [www.sozialministerium.gv.at/]
- Pro Mente Austria – Dachverband für Organisationen und Dienste im Bereich psychische Gesundheit [www.promenteaustria.at/]
- Caritas Österreich – Nothilfe, Sozialberatung und Unterstützung in Krisensituationen [www.sozialministerium.gv.at/]
- Diakonie Österreich – Soziale Dienste, Inklusionsangebote und psychosoziale Unterstützung [www.diakonie.at]
- Hilfswerk Österreich – Mobile Pflege, Familienunterstützung und psychosoziale Beratung [www.hilfswerk.at]
- GO-ON Suizidprävention Österreich (SUPRA-Netzwerk) – Nationale Suizidpräventionsinitiative [www.suizid-praevention.gv.at/]
- Österreichische Strategie für psychische Gesundheit – Gesundheitsziele Österreich [www.gesundheitsziele-oesterreich.at]
- Psychosozialer Dienst (PSD) in den Bundesländern – Gemeindepsychiatrische Versorgung (z. B. Tirol) [www.psd-tirol.at/]
- Rosengarten Tirol – Regionale LGBTQ+-Beratungs- und Vernetzungsstelle [www.rosengartentirol.at/]
- HOSI Tirol – Community-Organisation für Unterstützung, Bildung und Interessenvertretung [www.hositirol.at/]
- Queer Base – Unterstützungsnetzwerk für LGBTIQ-Geflüchtete in Österreich [www.queerbase.at/]
- MINDBASE – Digitale Plattform für psychische Gesundheit und Frühintervention [www.sdw.wien/projekt/mindbase-die-digitale-plattform-fuer-psychische-gesundheit]
- Instahelp – Online-Psychotherapie und psychosoziale Beratung [www.instahelp.me]
- Gesundheitsnummer 1450 – 24/7 telefonische und digitale Gesundheitsberatung [www.1450.at]
- Online-Beratung durch österreichische Familienberatungsstellen [www.familienberatung.gv.at]
- Sozialklubs / Senior:innenzentren [www.pensionistenklubs.at]
- Österreichischer Seniorenbund – Interessenvertretung älterer Menschen [www.seniorenbund.at]
- Plattform Mehrgenerationenhäuser – Förderung generationenübergreifender Aktivitäten [www.mehrgenerationenhaeuser.at]
- Abteilung Senioren Tirol – Koordination regionaler Senior:innenangebote [www.tirol.gv.at/gesellschaft-soziales/senioren]
- Seniorenzentrum Völs (Beispiel eines kommunalen Seniorenzentrums) [www.voels.gv.at]
Bereich B: Gesundheit & Komorbiditäten
Ein hoher Score in diesem Bereich kann auf ein erhöhtes psychisches Risiko hinweisen, etwa durch Mehrfacherkrankungen, umfangreiche Medikation oder bestehende psychische Diagnosen. Diese Faktoren können sowohl die körperliche als auch die psychische Gesundheit belasten und u. a. Depression, Angst oder Stress begünstigen.
Empfohlene Maßnahmen:
❖ Körperliche Gesundheit: Enge Zusammenarbeit mit behandelnden Gesundheitsberufen zur koordinierten Versorgung Aufklärung über Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Medikamenten.
Einsatz unterstützender Technologien (z. B. Medikamentenerinnerungen, smarte Tablettenboxen). Weiterleitung an Schmerzambulanzen, Physiotherapie, Audiologie oder Augenheilkunde. Bereitstellung von Hilfsmitteln zur Förderung von Kommunikation und sozialer Teilhabe
❖ Psychische Gesundheit & Unterstützung: Weiterleitung an spezialisierte psychische Versorgung bei entsprechender Diagnose oder Familienanamnese. Vermittlung von Beratung, Psychotherapie, Physio- oder Ergotherapie. Einschätzung des Bedarfs an Mobilitätshilfen und Anpassungen im Wohnumfeld.
❖ Unterstützungsangebote in Österreich (Auswahl):
Austria:
Hilfsmittel & Medizintechnik:
- Österreichisches Hilfsmittelverzeichnis der Sozialversicherung [www.medizinprodukteregister.at/FAQs]
- Orthotec [www.orthotechnik.at/]
- Hilfsmittelservice Tirol [www.roteskreuz.at/tirol/ich-brauche-hilfe/pflegemittel]
- Physio Austria [www.physioaustria.at/]
- Österreichische Schmerzgesellschaft [www.oesg.at/]
- Schmerzambulanz Tirol Kliniken Innsbruck [www.tirol-kliniken.at/]
- Österreichische Ärztekammer – Ärzt:innensuche [www.arztsuche24.at/]
- Österreichische Ophthalmologische Gesellschaft [www.augen.at/]
- Cochlea-Implantat-Zentrum – Tirol Kliniken Innsbruck (Abteilung Audiologie) [www.tirol-kliniken.at/]
- Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie – Therapeut:innenverzeichnis [www.psychotherapie.at/]
- TelefonSeelsorge Österreich – 24/7-Unterstützung (Tel. 142) [www.telefonseelsorge.at/]
- Instahelp – Online-Psychotherapieplattform [www.instahelp.me/]
- Psychosozialer Dienst Tirol (PSD Tirol) [www.psd-tirol.at/]
- Ergotherapie Austria – Bundesverband & Therapeut:innensuche [www.ergotherapie.at/]
- Bundesministerium für Soziales – Unterstützung für Hilfsmittel und Wohnraumanpassungen. Das Ministerium stellt finanzielle Unterstützung bereit und koordiniert über die regionalen Stellen des Sozialministeriumservice Mobilitätshilfen, technische Hilfsmittel und Wohnraumanpassungen für Menschen mit Behinderungen oder ältere Personen. [www.sozialministeriumservice.at/]
- Wohnberatung Tirol – Barrierefreies Wohnen und Wohnraumanpassungen. Regionaler Beratungsdienst zu barrierefreiem Wohnen, Anpassung von Wohnräumen sowie Unterstützung für vulnerable Gruppen (z. B. ältere Migrant:innen, Menschen mit Behinderungen). [www.tirol.gv.at/gesellschaft-soziales/diversitaet/integrationsangebote-fuer-zugewanderte-in-tirol/wohnen/]
- Hilfsmittelservice – Hilfsmittel und Beratung (über die gesetzliche Krankenversicherung). Zentrales Portal der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) für bewilligte Hilfsmittel (z. B. Gehhilfen, Rollstühle, orthopädische Hilfsmittel) inklusive Informationen zur Kostenübernahme. [www.gesundheitskasse.at/cdscontent/?contentid=10007.870456&portal=oegkportal]
- Österreichisches Rotes Kreuz – Verleih und Bereitstellung von Pflege- und Mobilitätsgeräten. Mietangebote und Unterstützung für Pflegehilfsmittel wie Rollstühle, Pflegebetten, Toilettenstühle u. a., häufig in Zusammenarbeit mit Gemeinden. [www.roteskreuz.at/ich-brauche-hilfe/pflegemittel]
Bereich C: Kognitive & emotionale Funktionen:
Ein hoher Score im Bereich kognitive & emotionale Funktionen kann darauf hinweisen, dass ein erhöhtes Risiko für psychische Belastungen besteht, etwa aufgrund von kognitiven Einschränkungen, emotionalem Distress oder Schwierigkeiten bei der Bewältigung alltäglicher Aktivitäten. Probleme wie Gedächtnisstörungen, Entscheidungsunsicherheit, traumatische Erfahrungen, Sprach- oder Kommunikationsschwierigkeiten, Verwirrtheit oder Halluzinationen können das emotionale Wohlbefinden sowie die Alltagsfunktion erheblich beeinträchtigen. Diese kognitiven und emotionalen Herausforderungen können das Risiko für Angststörungen, Depressionen und Stress erhöhen – insbesondere bei fehlender oder unzureichender Unterstützung.
Empfohlene Maßnahmen:
❖ Bei Gedächtnisproblemen oder Entscheidungsschwierigkeiten: Überweisung an kognitive Spezialist:innen oder Neuropsycholog:innen zur weiterführenden Abklärung. Empfehlung von Gedächtnishilfen und Strategien zur Entscheidungsfindung im Alltag zur Förderung der Selbstständigkeit. Bei Sprach- oder Kommunikationsstörungen: Überweisung an Logopäd:innen zur Diagnostik und Therapie, um Kommunikations- und Funktionsfähigkeiten zu verbessern. Bei Verwirrtheit oder Delir: Weiterleitung an eine medizinische Fachperson zur Abklärung und Behandlung; Prüfung möglicher Ursachen wie Infektionen oder medikamentöse Nebenwirkungen.
❖ Bei Traumavorgeschichte oder emotionalem Distress: Weiterleitung an trauma-informierte Beratungsstellen oder psychische Gesundheitsdienste; Angebot unterstützender Gespräche und Bewältigungsstrategien. Bei Halluzinationen oder Wahnvorstellungen: Psychiatrische Abklärung, da diese auf zugrunde liegende Erkrankungen wie Schizophrenie, schwere Angststörungen oder Demenz hinweisen können. Bei Verlust eines nahestehenden Menschen: Ermutigung zur Inanspruchnahme von Trauerberatung oder Selbsthilfegruppen, um den Trauerprozess zu unterstützen und anhaltende emotionale Belastungen zu vermeiden.
❖ Ressourcen im eigenen Land:
Österreich:
Logopädie / Sprachtherapie:
- Logopädie Austria – Bundesverband der Logopäd:innen. Bietet Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schlucktherapie für Menschen mit Kommunikations- und Sprachstörungen. Enthält ein durchsuchbares Verzeichnis zertifizierter Therapeut:innen. [www.logopaedieaustria.at/]
- Sprach- und Sprechtherapie an den Tirol Kliniken (z. B. Universitätsklinik für Phoniatrie und Logopädie). Diagnostik und Therapie bei Sprach-, Sprech- und Stimmstörungen. [www.tirol-kliniken.at/]
- Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) – Therapeut:innenverzeichnis für Psychotherapie, einschließlich Traumatherapie und Beratung bei emotionaler Belastung. [www.psychotherapie.at/]
- Österreichische Gesellschaft für Klinische Neuropsychologie – Fachnetzwerk für neuropsychologische Diagnostik und Therapie (z. B. bei Gedächtnisproblemen oder kognitiven Einschränkungen). [www.oegn.at/]
- TelefonSeelsorge Österreich (Tel. 142) – Bundesweite 24/7-Krisenunterstützung bei emotionaler Belastung, Trauer und akuten psychischen Krisen. [www.telefonseelsorge.at/]
- Psychosozialer Dienst Tirol (PSD Tirol) – Multiprofessionelle Angebote für Menschen mit emotionalen und kognitiven Beeinträchtigungen, Traumafolgen, psychiatrischen Diagnosen oder psychischer Belastung. [www.psd-tirol.at/]
- Psycholog:innen und Traumatherapeut:innen (über die Website der ÖGP recherchierbar). [ww.boep.or.at/]
- MAS Alzheimerhilfe – Unterstützungsangebote bei Gedächtnisproblemen und Demenz: kognitives Training, Angehörigenberatung, Case Management und Beratung in ganz Österreich. [www.alzheimerhilfe.at/]
- Gedächtnissprechstunde an den Tirol Kliniken (Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie) – Diagnostik und Behandlung bei Gedächtnisstörungen, Demenz und kognitiven Erkrankungen. [www.tirol-kliniken.at/]
- Demenzservicestelle Tirol – Regionale Informations- und Beratungsstelle für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. [www.demenz-tirol.at/]
- Hospiz Österreich – Trauerberatung, palliative Unterstützung und Trauergruppen. [www.hospiz.at/]
- Hospizteam Tirol – Regionale Trauerbegleitung und Unterstützung. Angebote umfassen Trauergruppen, Einzelbegleitung und gemeindenahe Versorgung. [www.hospiz-tirol.at/]
Bereich D: Schlaf & Ernährung:
Notizen:Berichtet die Patientin bzw. der Patient über Schlaflosigkeit (Insomnie), erscheinen die Ergebnisse für diesen Bereich in der Regel im gelben Bereich, um auf möglichen weiteren Abklärungsbedarf hinzuweisen.
Liegt Insomnie vor und schläft die Patientin bzw. der Patient weniger als 5 Stunden pro Nacht, werden die Ergebnisse im hellroten Bereich angezeigt. Dies weist auf einen erhöhten Handlungsbedarf sowie die Notwendigkeit einer vertieften Nachverfolgung oder weiterführenden Abklärung hin.
Ein hoher Score im Bereich Schlaf & Ernährung kann darauf hinweisen, dass ein erhöhtes Risiko für psychische Belastungen besteht, etwa aufgrund von gestörten Schlafmustern, unregelmäßigen Schlafzyklen oder Ernährungsproblemen. Probleme wie Insomnie, REM-Schlafstörungen, übermäßiges oder zu wenig Schlafen können sowohl die körperliche als auch die psychische Gesundheit erheblich beeinträchtigen und zu Müdigkeit, Stimmungsschwankungen und kognitiven Einschränkungen führen. Zusätzlich können Gewichtsveränderungen (Zunahme oder Verlust) sowie ungünstige Ernährungsgewohnheiten diese Risiken verstärken und zu Depression, Angst und Stress beitragen. Dadurch kann ein Kreislauf entstehen, in dem sich Schlaf- und Ernährungsprobleme sowie psychische Belastungen gegenseitig negativ beeinflussen.
Empfohlene Maßnahmen:
❖ Bei Insomnie, REM-Schlafstörungen, übermäßigem oder zu geringem Schlaf: Überweisung an eine:n Schlafmediziner:in zur weiterführenden Abklärung und Behandlung; Empfehlung eines Schlafhygiene-Programms. Bei ungünstigen oder suboptimalen Ernährungsgewohnheiten: Überweisung an Diätolog:innen oder Ernährungsberater:innen zur individuellen Beratung. Bei ausgeprägten Gewichtsveränderungen (Zunahme oder Verlust), insbesondere bei ungünstigem Ernährungsverhalten: Überweisung an ein Gewichtsmanagement-Programm oder eine bariatrische Beratung.
❖ Ressourcen im eigenen Land
Österreich:
Schlafmedizin:
- Österreichische Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (ÖGSM/ASSM) – Verzeichnis zertifizierter Schlafmediziner:innen und Schlaflabore (Diagnostik und Therapie bei Insomnie, REM-Störungen u. a.). [www.schlafmedizin.at/]
- Schlaflabor – Tirol Kliniken (Universitätsklinikum Innsbruck) – Spezialisierte Schlafdiagnostik (inkl. Polysomnographie) und interdisziplinäre Behandlung. [www.tirol-kliniken.at/]
- Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) – Kostenübernahme für Schlafdiagnostik und -therapie bei Überweisung durch Haus- oder Fachärzt:in. [www.gesundheitskasse.at/]
- Verband der Diätolog:innen Österreichs – Bundesweites Register zugelassener Diätolog:innen; individuelle Ernährungsberatung zu Gewichtsmanagement, Mangelernährung und Prävention chronischer Erkrankungen. [www.diaetologen.at/]
- Klinische Ernährung – Tirol Kliniken – Stationäre und ambulante ernährungstherapeutische Angebote (z. B. Gewichtsveränderungen, Diabetes, ernährungsbezogene Therapien). [www.tirol-kliniken.at/]
- Ernährungsberatung über die Sozialversicherung (ÖGK, BVAEB, SVS) – Refundierbare Programme bei medizinischer Indikation. [www.gesundheitskasse.at/]
- Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) – Förderung evidenzbasierter Programme zu Ernährung, gesundem Lebensstil und Gewichtsmanagement. [www.fgoe.org/]
- Adipositaszentren an Universitätskliniken (z. B. Innsbruck, Wien, Graz) – Multidisziplinäre Beratung, medizinische Gewichtsreduktion und Vorbereitung auf bariatrische Eingriffe. [www.tirol-kliniken.at/]
Bereich E: Gemeinschaft & Lebensstil:
Ein hoher Score im Bereich Gemeinschaft & Lebensstil kann darauf hinweisen, dass ein erhöhtes Risiko für psychische Belastungen besteht, insbesondere aufgrund von Einsamkeit und eingeschränkter sozialer Unterstützung. Diese Faktoren können Gefühle von Isolation verstärken und stehen in engem Zusammenhang mit psychischen Belastungen wie Depression und Angst.
Empfohlene Maßnahmen:
❖ Weiterleitung an soziale Dienste: Erwägen Sie eine Überweisung an lokale soziale Dienste, die Unterstützung bei sozialer Isolation anbieten. Empfehlen Sie der Patientin bzw. dem Patienten die Teilnahme an lokalen Gemeinschaftsaktivitäten, ehrenamtlichen Tätigkeiten oder Senior:innenzentren, um Einsamkeit entgegenzuwirken und soziale Kontakte zu stärken.
❖ Unterstützungsangebote in Ihrem Land:
Österreich:
Lokale soziale Dienste / Sozialarbeiter:innen:
- Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz – Koordination bundesweiter Sozialleistungen, Unterstützung für ältere Menschen und regionale Umsetzung über Bezirkssozialstellen. [www.sozialministerium.at/]
- Caritas Österreich – Sozialberatung und Unterstützungsangebote; Wohnhilfe, Finanzberatung, psychosoziale Unterstützung und Senior:innendienste über regionale Stellen. [www.caritas.at/hilfe-angebote/beratung-sozialhilfe]
- Volkshilfe Österreich – Soziale Dienste und Gemeinwesenarbeit; aufsuchende Angebote, mobile Sozialarbeit und Unterstützung für sozial isolierte oder vulnerable ältere Menschen. [www.volkshilfe.at/]
- In Tirol: Bezirkssozialzentren Tirol – Öffentlich finanzierte Sozialarbeiter:innen mit Fallbegleitung, Weitervermittlung und Vernetzungsarbeit für ältere Menschen. [www.tirol.gv.at/gesellschaft-soziales/soziale-dienste/]
- Pensionistenklubs der Stadt Wien – Breites Netzwerk an Begegnungsräumen mit sozialen, kreativen, sportlichen und digitalen Angeboten. [www.pensionistenklubs.at/]
- Österreichischer Seniorenrat – Bundesweite Interessenvertretung von Senior:innenorganisationen mit Informationen zu Beteiligungsmöglichkeiten und Aktivitäten. [www.seniorenrat.at/]
- Österreichisches Rotes Kreuz – Nachbarschaftscafés und Senior:innenrunden zur Förderung sozialer Teilhabe und zur Reduktion von Einsamkeit. [www.roteskreuz.at/]
- In Tirol: Senior:innenzentrum Völs – Beispiel eines kommunalen Senior:innenzentrums mit täglichen Aktivitäten, sozialen Veranstaltungen und quartiersbezogener Unterstützung. [www.voels.gv.at/]
- Mehrgenerationenhäuser Tirol – Generationenübergreifende Treffpunkte mit inklusiven Angeboten zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts. [www.familienbund.at/projekte/mehrgenerationenhaeuser-tirol/]
Bereich F: Persönlicher Lebensraum & Umfeld
Ein hoher Score im Bereich Persönlicher Lebensraum & Umfeld kann darauf hinweisen, dass ein erhöhtes Risiko für psychische Belastungen besteht, etwa durch Einsamkeit und eingeschränkte soziale Unterstützung. Diese Faktoren können Gefühle von Isolation verstärken und stehen in engem Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen wie Depression und Angststörungen.
Empfohlene Maßnahmen:
❖ Bei unordentlichen Wohnverhältnissen oder stark desorganisierten persönlichen Gegenständen: Überweisung an mobile Hilfs- oder Haushaltsdienste, um bei Alltagsaufgaben zu unterstützen und ein sicheres, sauberes Umfeld zu fördern. Bei Anzeichen von Sammelverhalten (Hoarding): Empfehlung einer psychischen Abklärung, um zugrunde liegende Störungsbilder (z. B. Zwangsstörung, schwere Angststörung) zu erkennen. Bei mangelnder Körperpflege oder auffälligem Erscheinungsbild: Abklärung möglicher körperlicher, psychischer oder kognitiver Ursachen (z. B. Depression, kognitiver Abbau, körperliche Einschränkungen). Eine Überweisung an persönliche Assistenz, mobile Pflege oder spezialisierte Fachpersonen (Geriatrie, Behindertenhilfe) kann erforderlich sein. Förderung regelmäßiger Körperpflegeroutinen, da diese sowohl die körperliche Gesundheit als auch das Selbstwertgefühl positiv beeinflussen können. Bei Kombination aus mangelnder Körperpflege und desorganisierten Wohnverhältnissen: Sicherstellung einer umfassenden psychiatrisch-psychologischen Abklärung (z. B. durch geriatrische Psychiatrie) zur weiteren Diagnostik und Intervention.
❖ Unterstützungsangebote in Ihrem Land:
Österreich:
Psychische Gesundheit:
- Psychosozialer Dienst Tirol (PSD Tirol) – Regionale Zentren für psychische Gesundheit; multiprofessionelle ambulante Versorgung (Psychiatrie, Sozialarbeit, Psychotherapie) bei Depression, Zwangsstörungen und kognitivem Abbau. [www.psz.tirol/]
- Österreichische Gesellschaft für Geriatrische Psychiatrie und Psychotherapie – Fachnetzwerk für psychische Erkrankungen im Alter (Demenz, Depression, komplexe psychische Störungen). [www.oegpp.at/]
- TelefonSeelsorge Österreich (Tel. 142) – 24/7 anonyme Unterstützung in psychischen Krisensituationen.[www.telefonseelsorge.at/]
- Österreichisches Rotes Kreuz – Mobile Pflege, persönliche Assistenz und Unterstützung bei Körperpflege und Alltag für ältere oder beeinträchtigte Menschen. [www.roteskreuz.at/]
- Hilfswerk Österreich – Mobile Pflege- und Haushaltsdienste; Unterstützung bei Hygiene, Tagesstruktur und Organisation des Wohnumfelds. [www.hilfswerk.at/]
- Caritas Österreich – Soziale Pflege- und Unterstützungsdienste; Haushaltshilfe, persönliche Assistenz und Demenzbegleitung über regionale Stellen. Pflegedienste Tirol – Landeskoordinierte mobile Pflegedienste. [www.tirol.gv.at/leicht-lesen/gesellschaft-und-soziales/mobile-dienste/]